Lieber Leser, liebe Leserin, nein, wir wollen Sie wirklich nicht mit so einer Tageszeitung, den noch belangloseren Wochenblättern oder den Monatstiteln, die allesamt ihre Konsumenten mit bestellter oder im vorauseilenden Gehorsam zusammengeschusterter Hofberichterstattung an der Nase herumführen, allein lassen. Schließlich gibt es noch zahllose Geschichten, die in dieser Stadt erzählt werden sollten und teils genauso brisant sind wie die von uns bereits aufgedeckten, etwa die von den nazifreundlichen Hotels oder den Hexen-Flyern als Bückware. Doch die Zeichen stehen auf Abschied. Aber dazu später. Erst die guten Nachrichten.
Seit 01.12. in Bamberg Stadt und Land in der Verteilung +++ So Sie unsere Printausgabe noch nicht entdeckt haben bzw. einfach Pech hatten, weil sie schon überall vergriffen war: HIER können Sie es ganz bequem herunterladen - Datenmenge ca. 2,5 MB
Was haben wir gelacht die letzten Wochen, als FT und WoBla unisono versuchten, mit dem Mantra „Bamberg geht es gut“ bzw. „Uns geht’s doch gut ...“ die Bevölkerung einzulullen: 2012 werden die Schulen saniert und überdauern dann – ist ja ein Jahrhundertprojekt – mindestens bis zum nächsten Jahrtausendwechsel, das Bambados hat schon auf, die Landesgartenschau steht vor der Tür, die Stadt hat keine Baustellen mehr und auch keine Schulden. Selbst der Arbeitsmarkt ist top – schließlich verzeichne Bamberg gerade die höchste Zahl versicherungspflichtiger Jobs seit Kriegsende, entsprechend sprudelt es nur so von Einkommens- und Gewerbesteuer ...
Wie bitte, das klingt zu schön, um wahr zu sein? Vorsicht! Ehe Sie der FT als Klassenkämpfer outet! Skepsis, nur weil fast jeder Zweite in Ihrem Umfeld wenig zu lachen hat? Ruhe jetzt! Sorgen und Nöte sind keinesfalls repräsentativ. Der Oberbürgermeister will wieder gewählt werden, verderben Sie ihm nicht die Stimmung. Wobei – es kann natürlich auch sein, dass die Euphorie einem größeren Zusammenhang gehorcht. Schließlich brodelt es in ganz Europa. Also noch mal: Bitte keine Aufregung und schon gleich gar nicht das Nachdenken oder noch schlimmer das Mal-Genau-Hinschauen anfangen. Am Tag bevor „unser“ mit lächerlichen 32 Millionen Euro Baukosten ausgekommenes und sich voraussichtlich im 25-jährigen Mittel mit 1,3 Millionen Euro Unterhalt jährlich zufrieden gebendes, europaweit so einzigartiges Passivbau-Bad eröff nete, haben sich FT und Stadtwerke schließlich noch gesorgt, ob sie dem Run ab 8.30 Uhr zum Schnupperpreis von 3 Euro standhalten können werden. Dass dann am Premierentag und dem Vernehmen nach auch danach irgendwie die Massen ausblieben: Rentner und Arbeitslose sind einfach zu geizig!
Apropos finanzielle Sorgen: Zwei Jahre lang haben wir unser ganzes privates Vermögen, Unmengen an unbezahlter Zeit und Kraft in diese Zeitschrift gesteckt und immerhin genug Umsatz gemacht, um horrende Druckereirechnungen zu bezahlen und Verteiler, Autoren, unsere famose Grafi kerin sowie den Ihnen zahllose große und kleine Fehler ersparenden Korrektor zu entlohnen. Wir bekamen von Ämtern Knüppel in den Weg geworfen, haben gelernt, dass mündliche, teils auch schrift liche Zusagen von Unternehmern oft nichts wert sind, mussten erleben, wie der FT potentielle oder tatsächliche Kunden von uns mit seiner Marktmacht einschüchterte, wie städtische oder stadtnahe Einrichtungen lügen und uns offenkundig auf Geheiß „von oben“ zu boykottieren hatten …
DAHER: Zuwendungen gleich welcher Höhe sind willkommen und dringend erbeten – mindestens 13.000 Euro müssen bis zum 24. Dezember zusammenkommen. Keine Sorge, das sind keine Schulden von uns, sondern die Kosten von zwei weiteren Ausgaben – ohne diese Summe auf unserem Konto oder durch rechtsverbindliche Verträge von Kunden, die ihre Anzeigenvolumina auf ein Treuhandkonto geben, werden wir bestenfalls aufs Internet ausweichen und uns nur mehr aperiodisch zu Wort melden können. Dies ist kein Witz! Handeln Sie jetzt – oder nie!
Interessenten für Werbung melden sich bitte unter kunden@das-zob.de bzw. 0174 / 92 69 381 – Privatspender nutzen bitte Kto.-Nr. 26642803, BLZ 70010080 – bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Postadresse oder E-Mail, allein schon damit wir uns bei Ihnen bedanken können. Dieser Aufruf ist ausdrücklich nicht für private Freunde oder jene sechs Leser gedacht, die uns bereits eine teils beachtliche milde Gabe angedeihen ließen, und erst recht nicht für Menschen, die tendenziell Probleme haben, jedes Quartal die Praxisgebühr zusammenzukratzen. Wir hoffen, dass sich genug andere finden, die den Fortbestand von unabhängigem Journalismus für Sie und uns ermöglichen.